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Warum brüten unsere Hennen nicht?

Antje
wir hätten so gerne Küken, aber von unseren Hühnern will keine Mutter werden, alle spazieren sie fröhlich in der Gegend herum. Wir haben Legehennen - da hat man den Bruttrieb vielleicht schon weggezüchtet?
Weiss jemand, wovon das sonst noch abhängt oder was wir tun könnten?

Frank
auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Legehybriden keinen Bruttrieb mehr aufweisen. Allerdings habe ich auch eine Henne, die ich aus einer Legebatterie bekam, die gluckt jedes Jahr einmal. Bei ihr ist das Problem mit dem zu frühen Aufstehen nicht gegeben, sie sitzt eher viel zu lange. Letztes Jahr habe ich ihr nur Gipseier gelassen und nach 6 Wochen!! habe ich sie dann vom Nest wegsperren müssen, da sie nicht aufhören wollte zu glucken.

Ich kann Dir nur den Tipp geben, mindestens 3 Eier, besser 5 oder 7 in einem der Nester liegen zu lassen. Gipseier sind noch besser geeignet, da Du Dir keine Gedanken über die Haltbarkeit machen musst. Vielleicht nimmt das eine Henne, die noch ein wenig Brutrieb in sich verspürt, zum Anlass und setzt sich auf die Eier. Ein leeres Nest hat auch bei mir noch keine Glucke animiert. Erst ab mindestens 3 Eiern fangen meine an zu glucken.
Interesant ist dabei noch, dass die Hennen, die anfangen zu glucken, sich bei mir grundsätzlich in das Nest setzen, in dem auch die meisten Hühner ihr Ei legen. Das Nebennest ist dabei absolut uninteressant. Wenn ich eine Glucke mit ihren Eiern in ein Nebennest umquartiere, dann sitzt sie garantiert am nächsten Tag auf den frisch gelegten Eiern im "Originalnest".

Hühner kann man nicht zum Glucken zwingen, im Gegensatz zu Puten. Wenn Du also eine Pute haben solltest, dann wäre diese ein guter Gluckenersatz. Unter eine Pute passen auch locker 16-20 Eier. Zur Zwangbrut bei Puten habe ich schon einige Artikel gelesen. Bei Interesse suche ich mal was raus.

 

Elke
Als ich meine Hühner auswählte, habe ich ganz besonderen Wert auf einen noch intakten Bruttrieb gelegt. Seidenhühner und Zwerg-Wyandotten legen zwar nicht soviel (eine Seidenhenne legt alle 2 Tage ein 40g Ei, eine hat heute ihr erstes gelegt, die dritte legt noch garnicht, 2 Zwerg-Wyandotten legten jeden Tag ein 35g Ei - sind jetzt aber am brüten -, die kleinste "Dotti" legte erst alle 2 Tage und jetzt täglich ein 30g Ei). So habe ich jetzt 1-2 Eier am Tag von 6 Hennen (2 brütig). Das ist für unseren 2 Personenhaushalt mehr als genug.

Soweit ich mich erinnere, hast du ja größere Rassen und brauchst wahrscheinlich mehr Nachwuchs als ich. Nimm dir doch einfach ein paar brutfreudige Wyandotten oder auch Seidenhühner dazu. Ich würde dabei aber sehr auf den Züchter achten, denn viele züchten nur auf äußerliche Merkmale auf Kosten der Brutfreudigkeit.

Wenn wir nicht so weit von einander entfernt wohnen würden, würde ich dir gerne eine Glucke abgeben.

 

Walter
Wenn man eine Rasse züchtet, die nicht brütet, ist es am einfachsten, wenn man zusätzlich einige Seidenhühner hält, die auch schon im Jänner zu brüten beginnen und 2 - 3 mal im Jahr brüten und ihre Jungen (und die der anderen Hühner) aufziehen. Man kann die Seidenhühnern mit der anderen Rasse kreuzen. Die Nachkommen brüten dann oft noch besser als die reinrassigen Seidenhühner. Bei Rassen, die selten brüten, kann man etwas nachhelfen indem man nur Körner statt Legefutter füttert und fünf bis sieben Gipseier in einem Nest liegen lässt.

 

Heinz
n der Regel ist der Bruttrieb bei allen ehemaligen Wirtschaftsrassen (Rhodeländer, New-Hampshire etc.) weggezüchtet worden. Der Grund liegt darin, dass während Brutzeit und Aufzucht (ca. 9 Wochen) die Hühner einfach keine Eier legen. Alle, die über Jahre natürlich vermehren, reichern über Generationen den Bruttrieb im Bestand an, sodass er alsbald sich bei 60 - 70 % einpendelt. Wer Eier haben will, weiß was das bedeutet.

Veranlagte Hennen brüten oft 2 x auch, lassen sich nur kurzzeitig "entwöhnen". Dieses Szenario ist wesentlicher Grund, warum die alten Kulturrassen verschwunden sind, die Hybriden und damit das Material der Geflügelkonzerne Platz greifen konnte. Hybriden wurde der Bruttrieb, wie den meisten Kulturrassen auch, weggezüchtet.

Da er aber so hoch vererblich ist, glucken dennoch an die 5 %. Zwischen Glucken und am Nest hocken bleiben bis hin zum zuverlässigen Erbrüten eines Geleges über 21 Tage ist jedoch ein weiter Weg. D. h. Hybriden erbrüten in den seltensten Fällen auch wirklich ein Gelege, sondern stehen früher auf. Ich habe bei dunkel-gesäumten Barneveldern versucht den Bruttrieb zu fördern, doch das ist auch nicht in wenigen Jahren umfassend möglich, gilt es doch auch andere Parameter zu erheben.

Wenn man sich umhört, kann man hin und wieder Bestände finden, auch bei Rassegeflügelzüchtern, welche noch prinzipiell natürlich vermehren. Diese Tiere sitzen in der Regel als Glucken auch wirklich fest, verkoten auch das Gelege nicht, weil sie sich täglich entleeren (manche leider auch am Nest) und fressen gehen, verteidigen auch die Küken entsprechend, u. U. auch gegen Katzen etc.. Wenn man sich die Mühe macht und im Frühjahr bei den diversen Haltern/Züchtern nach Glucken sucht, kann man sich im Laufe der Zeit einen Bestand aufbauen, der sich natürlich vermehrt.

Für Ausstellungszüchter ist es allerdings ein Problem, insbesondere bei Großrassen, wenn die Hennen erst im Mai brütig werden, die Ausstellungen aber schon im Oktober sind, wo die Jungtiere noch bei weitem nicht ausstellungsreif sind. Freilich kann man auch Bruthennen finden, die bereits im Feber/März brüten, machmal sogar schon im Jänner. Das alles ist auch langfristig im Bestand aufbaubar. Mit gezielter Selektion allerdings geht alles rascher, doch Stammbaumzucht und den Aufwand tut sich kaum einer an.

 

Eine Frage des Alters?

Eva
da warte ich nun seit Wochen darauf, daß wieder eine Henne zum Gluckenbeginnt. Meine bislang verläßlichste Glucke, die sich auch nie länger als 14 Tage vom Glucken abbringen ließ sitzt nun seit Wochen immer mal 3-4 Stundenauf dem Nest und geht dann wieder mit den anderen Würmer suchen. Sie gibt auch keine gluckenden Laute von sich. Jetzt ist mir vorhin die Idee gekommen, daß sie ja eines meiner ältesten Hennen ist und irgendwann im Winter/Frühjahr 1998 das Licht des Brutkastens erblickt hat. So weit ich informiert bin, hören normale Hybridhenne in diesem Alter ja in etwa auf Eier zu legen. Kann es sein, daß die Hennen in diesem Alter auch aufhören zu glucken. Daß das nicht ewig geht ist mir schon klar, aber nachdem sie schon im Januar gegluckt hat, habe ich mir eigentlich gedacht, daß sie auch dieses Jahr wieder für Nachwuchs sorgen will.

Es handelt sich übrigens um ein Deutsches Reichszwerghuhn und sie legt bislang auch noch lustig 5-6 Eier in der Woche. Auch sonst scheint sie top fit und ist im Gegensatz zu den Hybridhühner in dem Alter schön befiedert.

Jedenfalls würde mich nun doch interessieren, wie lange eine Henne glucken kann, bzw. gewillt ist Nachwuchs groß zu ziehen.


Andrea
ich kann aus Erfahrung dazu nur sagen, daß meine älteste Henne noch im biblischen Alter von 7 !!!!! Jahren (mittlerweile war sie auf einem Auge blind und hinkte, so daß sie immer die Hälfte ihrer Eier kaputt gemacht hat) Küken erbrütet und großgezogen hat. Im darauffolgenden Winter war sie dann gestorben. Es handelte sich um eine Brahmahenne.

Allerdings mache ich zur Zeit auch die Erfahrung, daß meine Glucken alle Schwierigkeiten machen und ich hatte mir nun überlegt, ob dies ev. damit zusammenhängen könnte, daß mein Hahn nicht mehr in der Lage ist zu treten. Könnte dadurch der Bruttrieb beeinflußt werden?


Eva
Das glaube ich nicht, denn die Henne, von der ich erzählt habe, hat schon fleißig gegluckt als wir noch überhaupt keinen Hahn hatten. Damals habe ich mir Bruteier besorgt.

Ich habe aber in meiner Ungeduld bei uns in der Gegend herumgefragt, wo eventuell Glucken wären und es scheint dieses Jahr bei vielen ein Problem zu sein.

Warum glucken unsere Hennen nicht?
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