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Thema: Probleme und Krankheiten

Krankheiten: Marek

02.01.01
Frank

Ich habe vor einigen Wochen (ca. 10) eine Ostfriesische Möwe Zwergform mit 7 Küken, die auf einer Ortsschau bei uns in Homberg im Eingangsbereich zu sehen war, übernommen. Die Küken sind Mischlinge aus der zufälligen Verpaarung mit einem Wyandottenhahn. Der Züchter erzählte mir, dass die Glucke einfach für vier Wochen verschwunden war und dann mit den Küken wieder auftauchte. Da ich zu der Zeit ein einzelnes Küken aus einem misslungenen Brutversuch hatte (es war nur 1Ei befruchtet!), wollte ich zur Vergesellschaftung ein bis zwei dieser Küken haben. Der Züchter wollte mir aber nur das komplette Packet (Glucke+Küken) geben, also habe ich sie genommen. Die Vergesellschaftung mit meinem Küken verlief reibungslos und ich war zufrieden.
Nach 2 Wochen, fing das Übel an. Erst stellte ich fest, dass eines der Küken, eine Henne, leichte Koordinationsstörungen hatte, die vor allem beim Auslösen des Fluchtreflexes zum Vorschein kamen. 2 Tage später wurden aus den Koordinationsstörungen extreme Lähmungen und schließ endlich habe ich mich entschlossen das Küken einschläfern zu lassen. Nachdem sich nun weitere 3 Hennen von den Küken verabschiedet haben, alle mit Lähmungen, steht die Diagnose für mich eigentlich fest. Ich denke da an Marek. Nun ist mein einzelnes Küken auch eine Henne und lebt alleine mit der Glucke und drei jungen Hähnen im Extragehege. Sie zeigt aber keine Symptome, genau so wenig, wie die Hähne. Vorher hatte ich noch nie solche Erscheinungen. *

Nun meine Bedenken: Ich dachte mir erst, wenn ich den Extra-Stallgründlich desinfiziere, dann müsste doch alles wieder im grünen Bereich sein. Aber nach längerer Überlegung ist mir so einiges Bewusst geworden- Bestimmt habe ich schon alleine durchs Schuhwerk Erreger in meinen anderen Stall übertragen.- Die Legehennen werden sich also schon infiziert haben, was ja eigentlich nicht weiter schlimm ist, da ja in diesem Alter die Krankheitnicht tödlich verläuft. -Wenn sich die Legehenne aber infiziert haben, wie lange verpesten sie dann noch ihre Umwelt mit den Erregern?
- Wann kann ich die Glucke mit ihren Hähnen und der einen Henne mit denanderen Hühnern vergesellschaften ohne ein erneutes Infektionsrisiko einzugehen?


02.01.01
Friederich
Marek
Leider dürfte deine Diagnose Marek'sche Krankheit stimmen - daher werden dir Küken-Impfungen (Marek, Newcastle,....) nicht erspart bleiben - aber nimms nicht tragisch - ich kenne keinen ernsthaften Hühnerhalter(-züchter) der nicht mit diesen problemen konfrontiert wurde(war). Ich impfe seit langem präventiv - bin aber nicht sicher ob meine Hühner nicht Virenträger sind - und impfen in größeren Beständen ist sowieso Pflicht. Wahrscheinlich waren auch deine New Hampshire schon geimpft - und die kleinen Ostfr.Möwen / Wyandotten warens eben nicht. Machen wir uns impfen zur pflicht - es erspart uns viele unschöne Überraschungen.

02.01.01
Katrin
Marek
Ja, bestimmt, falls nicht sowieso schon welche im Stall waren, denn Marek-Erreger sind eigentlich überall, in allen Ställen. Sie verbreiten sich im Staub, in abgestoßenen Federzellen bleiben sie monatelang ansteckend. -Wenn sich die Legehenne aber infiziert haben, wie lange verpesten sie dann noch ihre Umwelt mit den Erregern? Das Virus wird sich bei ihnen nicht vermehren, denn sie sind wegen ihres Alters und der Impfung nicht mehr empfänglich dafür . Außerdem gibt es sowieso (fast) keine marek-virus-freien Bestände. Wann kann ich die Glucke mit ihren Hähnen und der einen Henne mit den anderen Hühnern vergesellschaften ohne ein erneutes Infektionsrisiko einzugehen? Die Krankheit kann auch noch nach mehreren Monaten ausbrechen, wenn Du ganz sicher sein willst, schlachte sie am besten.
Und impfe auf jeden Fall in Zukunft alle Küken am ersten Tag per Spritze gegen Marek. Sie dürfen dann aber keinen Kontakt zu ungeimpften Küken haben, sonst wirkt auch das Impfvirus (lebend) ansteckend. Nach 3 Wochen läßt die Empfänglichkeit nach, Du kannst sie also mit ungeimpften Alttieren zusammentun, falls Du noch welche hast. Es gibt auch Rassen, die eine natürliche Resistenz gegen Marek haben, die braucht man eigentlich nicht zu impfen. Bei zB Orpington wäre das aber ganz sicher tödlich.

03.01.01
Frank
Marek
Wenn sich die Legehenne aber infiziert haben, wie lange verpesten sie dann noch ihre Umwelt mit den Erregern? Das Virus wird sich bei ihnen nicht vermehren, denn sie sind wegen ihres Alters und der Impfung nicht mehr empfänglich dafür. Außerdem gibt es sowieso (fast) keine marek-virus-freien Bestände.

Wann kann ich die Glucke mit ihren Hähnen und der einen Henne mit den anderen Hühnern vergesellschaften ohne ein erneutes Infektionsrisiko einzugehen? Die Krankheit kann auch noch nach mehreren Monaten ausbrechen, wenn Du ganz sicher sein willst, schlachte sie am besten. Und impfe auf jeden Fall in Zukunft alle Küken am ersten Tag per Spritze gegen Marek. Sie dürfen dann aber keinen Kontakt zu ungeimpften Küken haben, sonst wirkt auch das Impfvirus (lebend) ansteckend. Nach 3 Wochen läßt die Empfänglichkeit nach, Du kannst sie also mit ungeimpften Alttieren zusammentun, falls Du noch welche hast. Es gibt auch Rassen, die eine natürliche Resistenz gegen Marek haben, die braucht man eigentlich nicht zu impfen. Bei zB Orpington wäre das aber ganz sicher tödlich.

03.01.01
Thomas
Marek
Welche Rassen sind nun Marekresistent und würden daher also keine Impfung vertragen - spezielle oder eher die asiatischen?

Die asiatischen Typen sind eigentlich von Natur aus sehr robuste und Wiederstandsfähige Tiere. Diese Rassen haben teilweise eine sehr lange Ahnengalerie , siehe Ur- und Kampfhühner ( Shamo, Malaien ....)

Die Frage der Marekimpfung stellt sich eigentlich, wie anfällig ist meine Rasse. Ist durch Überzüchtung das Immunsystem geschwächt.

Ich selber züchte KoShamos und impfe diese Tiere auch, da sie in der Ausstellungsperiode mit geimpften Tieren zusammenkommen ( Nürnberg 64000 Tiere ), ein wahres Paradies für Übertragung verschiedenster Krankheiten.

Ich finde, je weniger Medikamente den Tieren zugemutet wird, um so gesündere Tiere habe ich nach der natürlichen Auslese. Was nützt es denn, wenn bei jedem Wehwehchen die Tiere vollgepumpt werden. Für die Zucht würde ich diese Tiere eh nicht verwenden und Eier sollte man von solchen gackernden Apotheken auch meiden.


03.01.01
Katrin
Marek

Welche Rassen sind nun marekresistent und würden daher also keine Impfung vertragen - spezielle oder eher die asiatischen ?

Vertragen können die Marek-Impfung alle Rassen, bloß bei manchen ist sie nicht so lebensnotwendig wie bei anderen.

Die Orpington gehören zB zum asiatischen Typ: groß, schwer, rote Ohrscheiben, braune Eier etc. Sie sind sehr empfindlich gegen Marek. Deshalb müssen sie unbedingt geimpft werden. Im Gegensatz dazu weiß ich von Rheinländer-Züchtern, die ihre Küken immer zu spät oder überhaupt nicht impfen und trotzden erkranken bei ihnen keine Tiere an Marek.

Ich wäre trotzdem vorsichtig, diese Empfänglichkeit einer bestimmten Rasse oder sogar Rassengruppe zuzuordnen. Es sind uU eher bestimmte Linien innerhalb einer Rasse, die mehr oder weniger empfänglich sind.

04.01.01
Frank
Marek
Außerdem muß die Flasche bei Anbruch sofort verbraucht werden und die gibt´s mal wieder nur mit mindestens 250 Impfdosen. Der Rest muß dann nach 2-3 Stunden vernichtet werden, da er unwirksam wird (lebende Viren!). Da kommt dann die Frage der Preisgestaltung auf, wenn der Preis für 1 Flasche (je nach TA bis zu 49,00 DM) auf 12 Küken umgelegtwerden soll !!! Was nimmt Deiner dafür pro Küken?

Beim letzten Impfen mit 11 Küken 55,-DM (5,-DM pro Küken). Da bin ich ja noch gut weg gekommen. Allerdings hatte ich da noch keinen Hahn und musste 1,-DM pro Brutei zahlen.

Also ist Dein System, jeden Tag Küken schlüpfen zu lassen, für diesen Zweck sehr Problematisch! Ich denke aber, daß sich Deine Bruteier in einem kühlen Kellerraum mindesten 1 Woche halten müßten.

Ich setze allerdings nur 3 Hennen zu meinem Hahn, so dass ich nach dem Sortieren in 10 Tagen ca. 14-16 Eier übrig habe. Wenn ich nun noch starke Verluste durch zu hohe Lagertemperatur oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit erleide, habe ich die Befürchtung, dass ich am Ende vielleicht mit 5 Küken da stehe. Davon sind dann doch bestimmt 3 Hähne ;-)

Wir impfen unsere Küken im Verein alle 14 Tage. Dafür legen wir die Eier parallel ein, so daß die Küken am Sonntag schlüpfen und Montag abends treffen wir uns bei einem Züchter. Das Problem ist es immer, die Menge zu schätzen, um vorher zu wissen, welche Flaschengröße wir aufmachen sollen. Der Preis wird dann umgelegt, er liegt bei 10-15 Pfennig pro Küken. Wir bekommen den Impfstoff von einer Fachtierarztpraxis für Geflügel, die wegen der großen Einkaufsmengen sehr hohe Rabatte bekommt, die an die Kunden weitergegeben werden. Wir bekommen den Impfstoff aber nur, weil ich Tierärztin bin und die Tiere selbst impfe (ehrenamtlich, versteht sich).

Das ist natürlich die ideale Lösung. Ich bin erst vor kurzem in einen Geflügelzuchtverein eingetreten. Daraufhin habe ich natürlich sofort nach den Impfungen gefragt. New castle stand dann auch sofort an und wird auch regelmäßig geimpft. Allerdings impft der Verein nicht gegen Marrek. Mir wäre es sehr lieb, wenn wir einen Impfplan mit dem Verein erstellen und die Brüterei aufeinander abstimmen. So könnte man auch gegen Bronchitis impfen, was ich als genauso wichtig ansehe. Ich werde den Vorstand auch weiter damit nerven.

Das Gute ist, Gestern war unser erster Vorsitzender zu Besuch bei mir. Natürlich habe ich ihn gleich wieder auf die Marekimpfung angesprochen. Die Antwort lautetet in etwa :"Ähm, öhm, warum willst Du denn umbedingt gegen Marrek impfen?". Das "schöne" daran ist, die Küken die bei mir an Marek gestorben sind, kamen von einem angesehen Züchter aus unserem Verein. Als ich ihm sagte, dass mir alle Hennen bis auf eine mit Lähmungen verendet sind und die Hähne keine Symptome zeigen, wurde er ziemlich blass. "Oh, ja, man, der hat auch viel zu viel Viehzeug von anderen Züchtern bei sich. Da hat der XY doch tatsächlich Marek."

Wer weiß, vielleicht habe ich schon die erste wichtige Stimme für mich gewonnen.


Danke für die Impfanleitung. Eine Injektion in die Beinmuskulatur kann ich mir wahrlich besser vorstellen als in die Brust.

Katrin: Mehr über Marek


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