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Thema: Probleme und Krankheiten

Krankheiten: Marek
Katrin antwortet


Katrin
Marek
Also hier ne Ultrakurzbeschreibung:

Die Krankheit heißt eigentlich Mareksche Hühnerlähme. 
Es ist eine Virusinfektion, die über bestimmte abgestoßene Hautzellen verbreitet wird, die sich im Stallstaub befinden. Sie kann auch durch Getreidekäfer übertragen werden.
Die Infektion findet schon in den ersten Lebenstagen statt, nach ca 4 Wochen sind die Küken nicht mehr empfänglich.
Die Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch kann sehr lang sein

Es gibt verschiedene Formen
1. die klassische oder Nerven-Form
bricht frühesten ab der 8. Lebenswoche aus. Die Hühner zeigen
typischerweise Lähmungen eines oder beider Beine,
aber auch Flügel, Kropf oder Stimmkopf können betroffen sein.
2. Tumorform
Ab der 4. Lebenswoche bis zu Legereife. Die Tiere haben Tumoren in zahlreichen Organen, Muskulator und Haut.
Das sieht man äußerlich nur an Trägheit und Abmagerung.
3. Augenform bei erwachsenen Tieren mit Verzerrung des Pupillenrandes und Entfärbung der Iris
4. Vorübergehende Lähmung für wenige Tage in allen Altersgruppen ab der 8. Lebenswoche.
5. Verborgene Form bei erwachsenen Tieren, die das Virus damit
weiterverbreiten

Da es keine Möglichkeit der Behandlung gibt, müssen die Tiere bei den Formen 1-3 eingeschläfert werden.

Vorbeuge:
1. Impfung am 1.Lebenstag mit Puten-Herpes-Virus- Lebendimpfstoff in den Muskel. Belastbarer Impfschutz besteht frühestens nach 10 Tagen
2. Aufzucht in desinfizierten Ställen
3. In den ersten 4 Wochen der Aufzucht kein Kontakt mit anderen Hühnervögeln.
4. Bekämpfung der Getreidekäfer
5. uU Zucht mit Marek-unempfänglichen Hühnerlinien

Möget Ihr alle davon verschont bleiben!!!!!

Fragen und Antworten

Nun gluckte meine kleine Wyandotte wieder und bei dem alten Züchter holte ich mir ein paar Eier zum Brüten. Nun hat dieser aber zwischenzeitlich Probleme mit der Marekschen Krankheit. Mir wurde versichert, daß die Eier "nicht infektiös" seien. Also nahm ich sie mit und schob sie meiner Glucke unter. Nun habe ich aber doch Zweifel bekommen, ob ich mir da nicht ein Trojanisches Pferd eingehandelt habe. Ich habe die Glucke vorsorglich außerhalb des Hühnerhofes in einem Gehege im Garten untergebracht. Am Wochenende ist Schlupftermin, was raten Sie mir?

Ob Marek-Viren über's Ei übertragen werden können, ist umstritten. Es würde aber voraussetzen, daß die Eier von erkrankten Hennen stammen, was uU noch nachzufragen wäre. Der normale Übertragungsweg ist über den Stallstaub, in dem die Viren gegebenenfalls in bestimmten abgestoßenen Hautzellen enthalten sind. Dort sind sie mehrere Monate lang haltbar. Sollten die Bruteier verstaubt gewesen sein, ist es nicht auszuschließen, daß Marek-Viren auf diesem Weg in Ihren Bestand gelangt sind. Deshalb war es sicher richtig, die Glucke zunächst zu isolieren.
Wenn die ältern Tiere als Küken geimpft worden sind, besteht da allerdings keine Gefahr der Ansteckung, zumal eigentlich auch nur Küken und Jungtiere empfänglich sind (auch wenn die Krankheit wesentlich später ausbricht) Wichtig ist es, auf jeden Fall die Küken am ersten Lebenstag zu impfen (spätestens Montag, wenn sie am Wochenende schlüpfen). Da die meisten Tierärzte den Impfstoff nicht ohne Weiteres vorrätig haben, sollten Sie sich schon bald danach erkundigen!

 

Aber Ihr habt eines meiner Hauptproblem angesprochen. Wie lasst ihr eure Küken gegen Marek impfen, oder macht ihr es selber? Obwohl meine Frau Arzthelferin ist und sogar Menschen intravenöse Injektionen geben darf, bekomme ich von meinem Tierarzt den Impfstoff nicht ausgehändigt. Er möchte die Küken immer selber impfen. Das ist für mich aber im Sommer eine fast unlösbare Aufgabe, da ich wärend der Schlupfzeit dann fast über ein bis max.2 Wochen täglich zum Tierarzt müsste, wenn ich meine Eier nicht lager sondern kontinuierlich ansetze.

Das ist wirklich das Hauptproblem, weil der TA gar keinen Impfstoff abgeben darf!!! Sonst macht er sich strafbar!
Außerdem muß die Flasche bei Anbruch sofort verbraucht werden und die gibt´s mal wieder nur mit mindestens 250 Impfdosen. Der Rest muß dann nach 2-3 Stunden vernichtet werden, da er unwirksam wird (lebende Viren!). Da kommt dann die Frage der Preisgestaltung auf, wenn der Preis für 1 Flasche (je nach TA bis zu 49,00 DM) auf 12 Küken umgelegt werden soll !!! Was nimmt Deiner dafür pro Küken?
Also ist Dein System, jeden Tag Küken schlüpfen zu lassen, für diesen Zweck sehr Problematisch! Ich denke aber, daß sich Deine Bruteier in einem kühlen Kellerraum mindesten 1 Woche halten müßten.

Wenn Ihr den Impfstoff so bekommt, sagt mir doch bitte wo und gebt mir eine kleine Injektionsanleitung. (Aus Büchern weiß ich wohl, dass es die Möglichkeit Brust oder Flügel gibt. Ich befürchte aber, dass die Brust eines Kükens doch sehr dünn ist und die Subkutannadel Schaden anrichten kann.)

Wir impfen unsere Küken im Verein alle 14 Tage. Dafür legen wir die Eier parallel ein, so daß die Küken am Sonntag schlüpfen und Montag abends treffen wir uns bei einem Züchter. Das Problem ist es immer, die Menge zu schätzen, um vorher zu wissen, welche Flaschengröße wir aufmachen sollen. Der Preis wird dann umgelegt, er liegt bei 10-15 Pfennig pro Küken. Wir bekommen den Impfstoff von einer Fachtierarztpraxis für Geflügel, die wegen der großen Einkaufsmengen sehr hohe Rabatte bekommt, die an die Kunden weitergegeben werden. Wir bekommen den Impfstoff aber nur, weil ich Tierärztin bin und die Tiere selbst impfe (ehrenamtlich, versteht sich). Allerdings gibt´s auch TÄ, die den Impfstoff so abgeben, wenn sie den Züchter kennen und ihm gezeigt haben, wie´s geht. (Vielleicht findest Du einen Solchen in Deiner Nähe?) Das ist schon auch ein Kostenfaktor, wenn das Impfen nach Gebührenordnung abgerechnet wird. Natürlich kann auch mal ein Küken sterben nach der Impfung, denn es in die Hand zu nehmen und auch noch zu spritzen, ist schon Streß für die Kleinen. Aber es waren bei uns bisher höchsten 1-2 Tiere pro 1000 geimfte und nur welche , die sowieso schwächlich waren und über kurz oder lang gestorben wären. Da gibts dann auch keine Rettung mehr, auch wenn man was merkt.

Ich kann Dir aber mal kurz sagen, wie Du sie impfen mußt, falls Du doch irgendwo Impfstoff bekommst: Du mußt sie in den Oberschenkelmuskel spritzen. Dazu hälst Du das Küken so in Deiner Hand, daß der Oberschenkel zwischen Deinem Daumen und Zeigefinger ist und der Kopf zum Handgelenk hinzeigt. So kannst Du den Muskel am besten fühlen. Dann mit einer Insulinnadel spritzen. Als Marek-Impfstoff für Rassegeflügel ist der mit Putenherpesvirus vorgeschrieben. Er ist gefriergetrocknet und wird erst direkt vor dem Impfen in dem Lösungsmittel aufgelöst.


Die Glucke müsste doch eigentlich auch zu alt sein, um Virenträger zu sein.

Nein, sie kann eine versteckte Infektion haben, ohne selbst zu erkranken und so das Virus verbreiten. Vielleicht ist sie auch geimpft und die Küken haben sich anderswo angesteckt.
Schau mal ihre Augen an, manchmal haben erkrankte erwachsene Tiere eine Verzerrung des Pupillenrandes und eine Entfärbung der Iris.


Wenn ich nun die Hähne und das Küken zu den alten Hühnern setze, müsste ich doch eigentlich keine weiteren Infektionen befürchten? Alle meine selbstgebrüteten Küken werden natürlich gegen Marrek geimpft. (Egal wie)

Die alten Hühner sind nicht gefährdet, aber die Küken können immer noch erkranken, da die Krankheit nach Infektion in den ersten 3-4 Wochen noch nach vielen Monaten ausbrechen kann.


Wenn ich nun die Hähne und die kleine Henne schlachten würde, hätte ich doch trotzdem die Erreger im Stallstaub.

Die hast Du in jedem Fall, wie fast alle Hühnerbestände.


Ist es da nicht sinnlos die Tiere Marke BSE-Rinder abzuschlachten, obwohl keine Krankheitssymptome sichtbar sind?

S.O. könnten sie versteckt infiziert sein und deshalb ganz massiv Viren ausscheiden.
Du mußt jedenfalls trotz Impfung der neuen Küken den Stall gründlich desinfizieren, bevor Du sie hineinsetzt. Ein belastbarer Impfschutz besteht nämlich frühestens 10 Tage nach der Impfung und je mehr Viren die Küken ausgesetzt sind, desto wahrscheinlicher eine Infektion auch mit Impfung. Am sichersten ist es, wenn die Küken 4 Wochen lang gar keinen Kontakt mit den Alttieren haben!
Impfungen schützen nie 100 %ig und ersetzen keine Hygiene!!!


Du bemerktest auch, dass die Marrek Impfung eine Aktive Impfung ist. Also müsste sich die Infektion der übrig gebliebenen Küken doch wie eine Impfung ausgewirkt haben, da sie ja keine Symptome zeigen. Der erste Marrekfall bei den Küken trat übrigens vor 6 Wochen auf.

Sie können leider immer noch erkranken, halte sie lieber noch getrennt.

Tja, mir sind auch mal eine Reihe Jungtiere an Marek gestorben bzw ich mußte sie töten, die ich als ungeimpfte Küken gekauft habe. Ich hätte sonst keine blaugesäumten Orpington bekommen, wollte sie unbedingt haben und habe gedacht - vielleicht geht´s doch gut. Ging´s aber leider wie so oft nicht ... Schade, wenn man sie erst den ganzen Sommer großgezogen hat!
Deshalb - immer alle Küken am ersten Lebenstag impfen (lassen) !!!


Die asiatischen Typen sind eigentlich von Natur aus sehr robuste und Widerstandsfähige Tiere. Diese Rassen haben teilweise eine sehr lange Ahnengalerie , siehe Ur- und Kampfhühner ( Shamo, Malaien ....)

Über die Kämpfer kann ich nichts sagen, aber die lange Ahnengalerie kann in Verbindung mit einer kleinen Zuchtbasis bei selteneren Rassen und Farbschlägen auch zu Inzuchtschäden und verminderter Robustheit geführt haben.

Die Frage der Marekimpfung stell sich eigentlich, wie anfällig ist meine Rasse . Ist durch Überzüchtung das Immunsystem geschwächt.

Eine spezifische Resistenz gegen das Marekvirus hat per se nichts mit der allgemeinen Immunabwehr zu tun. Das ist genetisch festgelegt und kann deshalb durch gezielte Selektion gefördert werden. So hat man es gemacht, bevor es Impfstoffe gab.

Ich selber züchte KoShamos und impfe diese Tiere auch, da sie in der Ausstellungsperiode mit geimpften Tieren zusammenkommen ( Nürnberg 64000 Tiere ) , ein wahres Paradies für Übertragung verschiedenster Krankheiten.

- und leider auch mit vielen ungeimpften oder nicht ausreichend geimpften!

Ja, vom Standpunkt der Hygiene gesehen, sollte man solche Großveranstaltungen eigentlich ganz meiden. Aber jedenfalls zu Hause die Ausstellungstiere in strengste Quarantäne tun und nicht sofort in den Stall oder zur nächsten Lokalschau um alles weiterzuverbreiten!!!!!

Haben wir hier keinen Hühnerdoktor in der Mailingliste, der nun konkret etwas dazu sagen/schreiben kann ?

Ich bemühe mich ;o))


Ich finde , je weniger Medikamente den Tieren zugemutet wird, um so gesündere Tiere habe ich nach der natürlichen Auslese. Was nützt es denn , wenn bei jedem Wehwehchen die Tiere vollgepumpt werden. Für die Zucht würde ich diese Tiere eh nicht verwenden und Eier sollte man von solchen gackernden Apotheken auch meiden.

Da hast Du recht - aber wer will schon die unbarmherzig harte Hand von Mutter Natur`s Auslese im eigenen Stall? Und hatte sie diese Geflügelausstellungen mit eingeplant ???
Also - impfen was nötig ist, um die Tiere zB auf Ausstellungen zu schützen. Antibiotika nur im äußersten Notfall, Entwurmen und Stallhygiene regelmäßig und nur mit den gesündesten weiterzüchten , das ist sicher ein gutes Rezept.

Siehe auch Marek


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