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Auslauf kalken


Mona 04.11.01
der eingezäunte Auslauf meiner Hühner ist so dicht mit Büschen bewachsen, dass ich den Kot dort nicht einsammeln kann. Jetzt hab ich bei Euch gelesen, dass ich Branntkalk dort einstreuen könnte. Mir ist nur nicht klar: Ist die Wirkung besser, wenn er trocken bleibt oder soll ich mit der Gießkanne Wasser drüber geben (falls es nicht regnet). Und gehen meine Büsche dann nicht kaputt? Hat jemand bei Euch noch mehr Erfahrungen inzwischen mit Branntkalk gemacht? Wäre nett, wenn mir jemand antworten würde.

Katrin 05.11.01
Du mußt den Kalk trocken ausbringen (1kg / m²), wenn möglich etwas einharken und dann UNBEDINGT mit Wasser ablöschen. Und mindestens 1 Tag die Hühner im Stall lassen, damit wirklich aller Kalk abgelöscht ist, sonst können sie sich die Füße daran verätzen.
Rasen geht davon kaputt, aber Büsche nur, wenn Du es auf die Blätter streust und nicht sofort abwäscht. Den Wurzeln macht das nichts.

Brigitta 05.11.01
1kg/m² ist eine ganze Menge, (etwa das 10-fache dessen , was zum Düngen und Bodenverbessern benutzt wird) - wenn Du das öfter machst, veränderst Du damit den PH-Wert im Boden. Für "schweren Boden" (=dunkel, Matsche, lehmig etc) ist das ok, der "kann das mal ab" und wird ein wenig krümeliger davon, bei leichten, sandigen Böden und Standorten unter Bäumen und größeren Büschen (sauer) werden aber dadurch Nährstoffe festgelegt (und andere Stoffe freigesetzt), so daß Deine Büsche (je nachdem, welche das sind) zwar nicht sofort, aber langfristig dran kaputtgehen können.
Da Du durch den Hühnerkot ohnehin schon eine hohe Belastung im Boden hast, solltest Du das allerhöchstens ein, zwei mal im Jahr riskieren - schöner wäre es, wenn Du unter den Büschen harken könntest.

Mona 05.11.01
Danke Katrin und Brigitta, Ihr habt mir echt geholfen. Dann will ich mich mal an die Arbeit machen (morgen). Und vor allem die Hühnchen nicht nur ne halbe Stunde wegsperren, wie ich es vor hatte, sondern den ganzen Tag. Das wird ein Gezeter geben, au weia....

Mona 05.11.01
Ich muß mich nochmals an Euch wenden. Mein Mann sagte mir gerade, wir würden auf Kalkfelsen wohnen und hätten daher einen basischen Boden. Deshalb würde Branntkalk unserem Gebüsch und den Tannen nicht gut tun. Ich will es aber doch wenigstens 1 x im Jahr versuchen. Ist der Herbst oder das Frühjahr besser geeignet um Branntkalk auszustreuen? Und wie verändert der Hühner-Kot den Boden noch zusätzlich? Wenn ich das Gebüsch lichte, um besser an den Kot ranzukommen, nehme ich meinen Hühnern ihren Lieblingsaufenthalt (trotz großem Freilauf).

Brigitta 06.11.01
Jo - das sind dann so die Probleme in der Freilandhaltung - ein noch so großer Auslauf schützt Dich nicht vor solchen Ecken. Aber Lieblingsaufenthalt hin, Bücken her, wenn Dir die Tannen kaputtgehen, haben die Hühnchen ja auch nichts mehr davon - es ist wirklich schwer, so etwas "von aussen" genau abzuschätzen. Also Tannen: abhängig vom vorhandenen PH-Wert wird ja z.B. auch der Wald gekalkt (gegen den sauren Regen - da ist dann die PH-Wert Erhöhung gewollt), damit der Boden-PH im richtigen Level bleibt. Das beste wäre, ihr messt den vorher, dann habt ihr hinterher nicht großes Heulen und Theater - und wenn euer Boden ohnehin schon alkalisch ist, geht's halt nicht.
Was genau willst Du denn mit dem Kalk erreichen? Wenn Du den Boden "desinfizieren" willst, dann muß Dir klar sein, daß Du nicht nur die "schlechten", sondern auch die guten Kleinlebewesen mit so einer Laugendusche abtötest - eine Humusneubildung im Boden kannst Du danach vorerst nicht mehr erwarten, und davon leben eben die Pflanzen.
Zusätzlich geht durch die PH-Änderung die Mineralneubildung zurück, und als Nährstoffe werden Cu, Zn, Fe und Mn festgelegt, ab PH 8 auch Stickstoff und Schwefel.
Wenn Du verhindern willst, daß der extrem hohe Stickstoff- und Phosphatgehalt aus dem Hühnerkot "auswäscht" und ins Grundwasser gelangt, ist das kalken auch sinnig - aber eben mit dem selben Effekt für die Pflanzen: gerade N und P brauchen sie ja zum wachsen, und "halb festlegen" oder "nur gerade das passende erwischen" kann der Kalk nicht.
Und wenn Du auf gesunde Hühner stehst, Dein Mann (und Deine Hühner!) aber auf gesunde Tannen und lebendigen Boden - dann habt ihr ein Problem
Wie gesagt: Harken....mit Bücken...
Wenn es aber nicht gerade Berge von Kot sind, mußt Du das ja auch nicht jeden Tag machen. Leider kann man "groß" bei einem Auslauf schlecht abschätzen, aber wenn Du mir sagst, wieviel m²/Tier Du damit meinst, kann ich Dir auch ausrechnen, ab wann Dein Hühnerkot für den Boden zu viel wird.

Mona 06.11.01
Branntkalk ja - Branntkalk nein = jetzt haben wir ein Familienproblem....
Danke für Deine ausführliche Antwort. Wär echt nett, wenn Du uns ausrechnen könntest, ob der Kot schon zu viel ist für die Büsche und Tannen. Also: Vier Hühnchen haben ca. 300 m2 Freilauf, aber neben dem Hühnerstall eingezäunt 20 m2 Auslauf mit besagten Büschen und Tanne. Im Auslauf eingesperrt sind sie zwar nur stundenweise, wenn ich mal weg muß oder 2x im Jahr in unserem zwei-wöchigen Urlaub, wenn die Nachbarn sie versorgen. Aber sie lieben diesen umzäunten Auslauf wegen des Dickichts und sind freiwillig oft darin. Haben sich sogar inzwischen ein Staubbad darin angelegt, das ich nur aus der Ferne bewundern kann. Bücken würd ich mich ja schon zum Kot - Aufsammeln, aber ich komme weder gebückt noch gekrochen an ihre Häufchen. Ideal wär natürlich, ich könnte die Häufchen unbesorgt dort drin lassen in der Hoffnung, sie werden mit der Zeit Dünger. Aber ich hab Sorgen, dass die Hühnchen sich Ungeziefer und Würmer zuziehen. Und zwar die Würmer, die sie verspeisen und nicht die, von denen sie verspeist werden. Du hast schon Recht, Brigitta, es ist vertrackt. Dank schon im voraus für Deine Berechnung. Mein Mann als "Kosten-Nutzen-Analyst" fragt sich seit Tagen was Ihr im Forum davon habt, auf die Sorgen unbeholfener Hühner-Halter einzugehen. Ich glaube, aus Idealismus, er glaubt, dass irgendeine Hühner-Mafia dahinter steckt. Schon wieder ein Familienproblem Ganz liebe Grüße, ob Nutzen oder nicht, ich bin jedenfalls richtig dankbar, dass ich mit meinen Fragen weiß "wohin".

Brigitta 06.11.01
Klar sind wir die Mafia - ganz sicher. Wir raten allen Leuten, sich selber Hühner zu halten, und wenn endlich jeder wieder seine beiden Tierchen auf dem Balkon hat, gehen die Legebatterien pleite (und Aldi hoffentlich gleich mit)
Das ist aber ein gaaaaanz geheimes, langfristiges Projekt, und Dein Mann solls bitte nicht petzen, sonst muß er für jede Beratung 5.- bezahlen.
Bei 300m² und 4 Hühnchen hast Du kein Düngeproblem und ihr könnt aufhören zu zanken. Das sich die Wurmpopulation in einem solchen Auslauf über die Jahre ansammelt, ist allerdings richtig, aber entwurmen mußt Du Deine Tierchen ohnehin regelmässig. Du kannst den Auslauf aber ja vielleicht ab und an mal "wechseln" - das hilft auch schon, und vielleicht hast Du die Möglichkeit, auf dem Rest des Grundstückes die ein oder andere "Ausweich"Gebüschecke anzulegen, dann kannst Du den Tannen Wechselurlaub gönnen. Ich hoffe, das stellt den Frieden wieder einigermassen her.
Viele Grüße von
Brigitta (die sich die ganze Zeit schon fragt, wie zum Teufel Du denn den Kalk unter den Tannen verteilen willst, wenn Du da nicht mal Harken kannst)


Mona 07.11.01
Lieb von Dir Brigitta, mir so schnell und ausführlich geantwortet zu haben. Hoffentlich haben wir uns bei den m2 nicht missverstanden. Mir geht es um den 20 m2 umzäunten Auslauf, in dem sich die Mädels ständig verkriechen und den ich nicht harken kann (den Kalk wollte ich versuchen durch die Zweige reinzuwerfen.....) Von den 300 m2 Freilauf sammele ich natürlich regelmäßig die sichtbaren Häufchen ein, schon damit meine Enkel sie nicht ins Haus schleppen. Da wollte ich auch nichts mit Branntkalk machen. Schön wär natürlich Du könntest mir sagen, dass ich mir bei den 20 m2 Auslauf den Branntkalk auch sparen. Aber die Idee ist gut, den Auslauf mal für ein paar Tage zu sperren, damit sich das Gebüsch erholen kann. Hätt ich ja auch selbst drauf kommen können Mein Mann hat Eure geheimen Mafia-Absichten zur Kenntnis genommen. Er hat versprochen, sie nicht zu verraten .... sofern Ihr versprecht, den Aldi ungeschoren zu lassen *gg*

Brigitta 08.11.01
Nee, das hatte ich schon so verstanden - da Du ja schreibst, Deine Hühnchen haben den ganzen Tag Ausgang.
Ich an Deiner Stelle würde mir den Kalk da sparen, zumal - wenn das nicht NUR Tannen sind - da ja auch das Laub liegen bleibt - aber das ist wirklich schlecht so "blind" festzulegen" - also mal angenommen, da liegt Häufchen an Häufchen, in Bergen. 5cm dick und überall. Mehr Scheiße als Sand. Seit Jahren gesammelt. Dann wären mir die Büsche egal, und die Hühner wichtiger. Wenn da aber nur ein paar Stellen verkotet sind, mit Laub drauf und drum, dann wären mir die Büsche wichtiger und die schöne Deckung für die Tierchen. Ein Bißchen was an Dünger schafft so Natur ja auch weg, und "richtig steril" bekommst Du so einen Auslauf eh nie, es sei denn, Du betonierst den. Bloß entwurmen dann nicht vergessen.
Tut mich ja traurig, aber entscheiden mußt Du nun trotzdem selber

Katrin 08.11.01
Hallo Mona!
Branntkalk oder nicht - kannst Du nicht eine Rosenschere nehmen und das Ganze von unten etwas auslichten?? So daß Du die Hühner wenigstens siehst? Das würde auch den Pflanzen zugute kommen.
Es ist ja nicht nur der Kot...manchmal finden wir zB in der Baumschule unter den Tannen Nester mit vielen, vielen Eiern... wie alt die dann sind merken wir erst beim Aufschlagen ( . Und wenn mal eine krank ist, verkriecht sie sich auch gern dort - besser man kommt dann auch ran.

Mona 08.11.01
Ach Brigitta, Du bist ein Schatz und nicht mal mit 5,-- DM für eine Beratung bezahlbar... (sagt sogar mein Mann, der Aldi-Fan). Dieser Aldi-Fan hat sich jetzt bereit erklärt, gelegentlich durchs Gebüsch zu krabbeln und Häufchen einzusammeln. Er ist schließlich der Schlankste von uns. Klar könnten wir mit der Schere die unteren Zweige abschneiden, damit wir die Hühnchen beobachten können. Aber ob Du es glaubst oder nicht. Ich kann den Hühnchen nachempfinden wie wohl die sich fühlen wenn sie alles sehen ohne gesehen zu werden. Irgendwas sträubt sich in mir, ihnen ihre Kuschel-Ecke zu nehmen. Ganz sicher werde ich sie aber ein paar Tage vor diesem Auslauf aussperren und zu ihrem 300m2 Freilauf zwingen, damit Mutter Natur sich erholen kann. Und wenn die Hühnchen sich dann eine andere Kuschel-Ecke vielleicht ausgesucht haben, schaff ich vielleicht auch den Griff zur Rosen-Schere. Einsehen tue ich es ja Was glaubst Du, wie oft wir schon vermutet haben, dass die Huhnies dort ihre Eier abgelegt haben, wenn mal wieder keine im Nest lagen. Mein "schlanker" Ehemann hat dann kriechend des Tarrain mit Taschenlampe erkundet und "Fehlalarm" gemeldet. Ob es echter "Fehlalarm" war, wissen nur die Hühnchen Ich hab mich jetzt entschlossen, keinen Branntkalk zu werfen, die Hühnchen für länger zu ihrem Freilauf-Glück zu zwingen (Gebüsch-Auslauf zuzusperren, damit der Boden sich mal erholen kann) und natürlich sie im Frühjahr zu entwurmen. Mit Flubenol (richtig?).

Mona 09.11.01
Muss Euch schnell noch mitteilen, was passiert ist. Habe heute erstmals den "gebüschten" Auslauf gesperrt, weil hier mal gerade die Sonne scheint und Sonne meinen Hühnchen sicher gut tut. Plötzlich waren meine Hühnchen weg. Alle ihre geheimen Ecken, die ich kannte, habe ich durchsucht. Nix war von Hühnchen zu hören und sehen. Zufällig guckte ich mal in die Höhe. Da sitzen meine Mädels gemütlich in trauter Eintracht im Apfelbaum fast genau über mir. Und lassen mich suchen und suchen..... Ein bisschen fühlte ich mich schon "vergackeiert" Danke nochmal für alles.

Renate
wenn man den Auslauf mit ungelöschtem Kalk behandelt, was ich mich bisher noch nicht getraut habe, wie lange muß ich denn dann warten, bis keine Gefahr für die Hühner mehr besteht und welche Menge muß ich aufbringen ?

Katrin
1 kg pro m² muß es mindestens sein, damit es einigermaßen gegen Coccidienoozysten und Magendarm-Wurm-Eier hilft.
...aber macht das bloß nicht mit der Hand, das ätzt auf der feuchten Haut gewaltig. Nur mit Schippe und Handschuhen, nie gegen den Wind!!!!

Andrea
wenn man ungelöschten Kalk streut muß man ca. 4 Wochen warten, bis die Hühner wieder rein können. Wenn es überhaupt nicht geregnet hat noch länger. Um diese Zeit zu verkürzen, kann man den Kalk untergraben oder einharken, dann ist er beim nächsten großen Regen weg. Mengen weiß mein Vater auch nicht, er nimmt halt immer per Hand soviel, daß der Boden ganz eben einen weißen Schimmer hat. Er macht das immer so nach Gefühl. Meistens verwendet er normalen Gartenkalk, den er einmal im November und einmal jetzt im Frühjahr streut und den Winter über werden die Huhnies dann per "Tunnel" an ihrer Grünfläche vorbeigeführt. Ist immer wieder ziemlich lustig, wenn sie da das erste Mal durchmüssen und dann die Freude, wenn sie im Frühling aufs frische Grün kommen! Da braucht man nur bis zum nächsten großen Regen warten und dann hat der Boden das aufgenommen. Auch hier macht er das ganz nach Gefühl und bisher ist keinem unserer Huhnies was dabei passiert.

Michael
Ein paar Tage reichen völlig. Im Zweifelsfall einfach den Auslauf mit dem Gartenschlauch gut durchnässen und warten bis der kalk durchreagiert hat. In der Apotheke oder in der Aquaristikhandlung ph-Teststreifen holen. Umgraben des Auslaufs taugt IMO nichts, da Wurmeier die noch tiefer liegen und von alten Desinfizierungsversuchen nicht erfasst wurden, wieder an die Oberfläche kommen. Gartenkalk (aka "Düngekalk") ist aber kein ungelöschter Kalk. Das ist schlichtweg gemahlenes Kalkgestein (Dolomit, Kreide etc.). Für was soll das gut sein? Die keimabtötende Wirkung von Weissfeinkalk (aka "ungelöschter" Kalk, Branntkalk) beruht auf der Temperaturentwicklung (Kalk in Wasser eingerührt kann das Wasser zu kochen bringen) und der wasserentziehenden Wirkung (wird zum Entwässern von Klärschlamm verwendet um ihn deponierfähig zu machen) sowie dem hohen pH-Wert. Bei feuchten Böden hydratisiert Branntkalk spontan zu Kalkhydrat. Die Wärme, die bei dieser Reaktion freigegeben wird, wird genutzt um feuchten Boden schnell auszutrocknen. Richtwerte für Düngekalkeintrag sind ca. 10kg auf 60 qm, natürlich abhängig vom Boden pH... Am besten mal für kleines Geld eine Bodenanalyse machen lassen. Aber das Zeug ist nix zum Desinfizieren des Auslaufs....

 

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