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Es stimmt schon auch, dass es viel mehr Rehe gibt, als man glauben würde und in vielen Privatrevieren zuwenig erlegt wird. Man bemerkt es erst, wenn man viele Rehe erlegt und es trotzdem nicht weniger Rehe werden.
Aber ich denke, das Mittelmaß ist der Weg, der Wildbestand soll verträglich sein, nicht "schädlingsbekämpft" werden und auch nicht durch das "Bambi-Syndrom" unterjagt bleiben. Diese Extremen bringen nicht weiter, sondern verstärken diese Konflikte nur. Aber es ist eben immer von der Örtlichkeit und der dortigen Situation abhängig.
Oh, hier ist ja mittlerweile eine tolle Naturschutz-Jagd-Grundsatzdiskussion im Gange. Jetzt sind wir bei Naturverjüngung angekommen, was mit Habichtfalle begann.
Hängt halt alles irgendwie zusammen und zeigt, wie fragil und vom Menschen geschädigt unsere Umwelt ist, dass immer und überall eingegriffen werden muss (oder man meint, das tun zu müssen), nur dass jeder je nach Standpunkt an verschiedenen Stellen am Netz zieht und man sich dabei auch behindert. Nur die Leute, die Löcher ins Netz schneiden - Habichttöter, Falkenvergifter, Hochsitzumsäger und alle anderen, die gegen das Gesetz handeln - stellen sich so weit abseits, dass sich an ihnen immer wieder neuer Streit entzündet und Gräben aufbrechen, wo eigentlich keine sein müssten.
Zu den Wanderfalken-Vergiftungen gibt es hier lokal gerade große Aufregung:
Erst vor zwei Wochen waren die Ergebnisse bekannt gegeben worden, PM der Stadt Münster vom 8.12.:
Wanderfalken in Münster vergiftet
Die Untersuchung in einem Speziallabor hatte jüngst ergeben, dass die drei Wanderfalken in Münster im Sommer 2022 an dem verbotenen Gift Carbofuran gestorben waren. Das Ausbringen von Gift gilt als besonders heimtückische Methode zur Tötung von Greifvögeln. "Als Lockmittel und Giftträger werden von Tätern bei Wanderfalken häufig so genannte "Kamikaze-Tauben" benutzt, die mit dem Giftstoff präpariert und dann in der Nähe einer Wanderfalken-Warte oder eines Horstes fliegen gelassen werden", erklärt Genius. Wanderfalken schlagen ihre Beute fast nur in der Luft, deswegen sei eine "zufällige" Vergiftung unwahrscheinlich. Hinweise im Zusammenhang mit der Tötung der Wanderfalken können an die Naturschutzbehörde, Ansprechpartner Matthias Genius, Tel. 02 51/4 92-67 15 oder an die Polizei, Tel. 02 51/27 50 gerichtet werden.
Und nur wenige Tage später dies:
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/11187/5396448
Auf dem Fernmeldeturm an der Wolbecker Straße haben Zeugen am Mittwoch (14.12.) erneut ein verendetes Wanderfalkenpaar aufgefunden. Bereits Mitte des Jahres wurden auf dem Turm drei tote Falken aufgefunden. Bei den Vögeln konnte durch eine durchgeführte toxikologische Untersuchung das Gift Carbofuran nachgewiesen werden. Diese Substanz ist seit 2008 in der europäischen Union verboten. Der aktuelle Fall lässt vermuten, dass es sich erneut um eine Vergiftung handeln könnte. Wanderfalken sind durch das Bundesnaturschutzgesetzt (BNatSchG) besonders streng geschützt. Ob die nun tot aufgefundenen Wanderfalken auch vergiftet worden sind, soll ein eine toxikologische Untersuchung ergeben. Die Ermittlungen dauern an.
Einen Hintergrundbericht über illegale Greifvogelverfolgung in NRW gibts hier, mit einigen Extremfällen und auch mit Bezug auf den Habichtfall, um den es hier ursprünglich ging:
https://www.nrz.de/panorama/fuenf-wa...237171245.html
Darin kommt ein Taubenzüchter zu Wort, Zitat:
Das Problem aus seiner Sicht: Es gebe immer weniger Taubenzüchter, aber auch immer weniger Hasen, Fasane oder Rebhühner. „Da ist es doch klar“, meint der Mann, „dass Raubvögel wie Sperber, Habicht oder Wanderfalken auf unsere Tauben losgehen. Die müssen ja ihren Hunger stillen.“
Sprich, die Taubenzüchter sehen die Ursache in der Landwirtschaft, versuchen aber das Problem illegal an den Symptomen zu bekämpfen.
Letzlich haben wir das überall: Auswüchse in Forst- und Landwirtschaft schaden der Artenvielfalt und fördern einige wenige Arten wie Wildschweine, Rehe, Krähen, Ringeltauben, und die werden dann als Schädlinge bekämpft, weil man an der Ursache nichts ändern kann oder will. (Diese sinnfreien "Kreisweiten Taubentage", bei denen zig Jäger überall herumstapfen und Tiere töten, die nicht einmal verwertet werden.) Andere Arten wie Füchse, Habichte und Falken müssen auf andere Beute ausweichen und werden dann von Hühner- und Taubenhaltern gehasst. (Oder von Naturschützern, die zB versuchen, die letzten Kiebitze oder Feldhamster zu retten.)
Und dann muss ich in diesem Zusammenhang mal noch Mantes in Schutz nehmen:
Nein, das hat er nicht, weder wortwörtlcih noch indirekt.Du hast in deinem Posting wortwörtlich behauptet, dass Wanderfalken von Jägern vergiftet werden, weil die Wanderfalken die Ringeltauben erbeuten und das ist eben blanker Unsinn.
Er schrieb: "Der beste Greifvogelschutz wäre der Schutz seiner Beutetiere ! ... Solange Ringeltauben bejagd werden, vergiftet man Wanderfalken !" Wer sich die Mühe macht, den Kontext zu lesen, erkennt: Ringeltauben werden gejagt, die fehlen dem Wanderfalken als Nahrung, der geht auf Rassetauben, und die Taubenzüchter vergiften ihn dann. Ob die Argumentationskette komplett schlüssig ist, will ich nicht beurteilen, aber dann im Affekt, weil einem ein Post nicht passt, Falschbehauptungen oder gar Beleidigungen rauszuhauen ohne vorher richtig zu lesen ist nicht ok.
1,6 Vorwerk
Nein, das ist nicht schlüssig.
Es ist exakt dasselbe, wie zu sagen, dass Wölfe nur deswegen Nutztiere reißen, weil menschliche Jäger das Wild in der Natur dezimieren. Und diese Logik ist absurd, weil wir ja (angeblich, weil sichtabhängig) zuviel Wild haben und deswegen Wölfe dringend und unkontrolliert brauchen.![]()
Merkst du was?
Ringeltauben sind weder selten, noch bedroht, noch rar - es gibt sie massenweise und sie werden durch Jagd nicht nennenswert "dezimiert". Der Großteil der Bejagung von Ringeltauben findet wegen Wildschäden durch Ringeltauben auf landwirtschaftlichen Flächen statt oder in ganz geringem Rahmen zur privaten Nutzung. Davon werden Ringeltauben aber nicht weniger, ganz im Gegenteil, sogar die Städte sind voll mit ihnen
Es ist ganz einfach so, dass jede Art von "Raubwild", egal ob mit Federn oder Haar, in gewisser Hinsicht nicht weniger intelligent ist als wir Menschen und eben den einfachsten Weg geht, nämlich den der leichten Beute.
Stupide im Kreis fliegende Haustauben, immer zur selben Uhrzeit, sind schlicht einfacher. Eingezäunte Schafe auch.
Bei den wilden Ringeltauben muss dagegen erst einmal eine "dumme" Taube gefunden werden, weil die Tauben ansonsten ja nicht deswegen in der Natur überlebt haben und sich tüchtig vermehren, weil sie einfach zu erbeuten wären. Die leben ja zusammen mit ihren Fressfeinden im Ökosystem und sind täglich gejagt.
Dabei gibt es dann eben auch "Gewinner" und "Verlierer", wenn der Mensch seine Kulturlandschaft erschaffen hat. Und wenn diese dem Niederwild keinen adäquaten Lebensraum mehr bietet, sind, wie du schreibst, die Erhaltungsmaßnahmen von Restpopulationen und damit zusammenhängende Verfolgung von Beutegreifern sinnlos. Zumal es wieder so viele Greifvögel gibt, dass sich jede Lücke sehr schnell füllt. Glücklicherweise.
Ich habe das in dem Revier, in dem ich gelehrt wurde, super gesehen. Es gab Fasane ohne Ende. Kein Mensch hat aber großartige Raubwildbejagung oder gar illegale Verfolgung irgendwelcher Wildtiere betrieben. Es war alles an Fauna da.
Und es waren trotzdem auch Fasane da. Warum? Weil der Lebensraum gepasst hat mit Hecken, verwilderten Weinbergen und aufgegebenen Streuobstwiesen. Da hatten eben auch die Beutegreifer es nicht leicht, Fasane zu erwischen und haben sie folglich auch nicht "gefährdet".
Die beste Beobachtung für mich waren einmal Fasane im hohen Gras, während ein Habicht sie mehrfach anflog. Nur kam er im Gras eben nicht heran und die Fasane sind auch nicht aus dem Gras aufgeflogen. Also gab es an diesem Tag bei diesem Habicht keinen Fasan im Kropf. Und auch 10 Habichte hätten da keinen Fasan bekommen.
In ausgeräumter Landschaft mit Agrarwüsten, wo sich Niederwild sowieso schon kaum halten kann, kann das so natürlich nicht funktionieren und dann glauben immer noch einige Ewiggestrige, dass sie "richtig" handeln, wenn sie solche Fallen aufstellen.
Geändert von Hexenkräuterin (20.12.2022 um 12:46 Uhr)
Ich hätte nie gedacht, daß in einem Rassegeflügelforum soviele weltfremde Weltenverbesserer rumkaspern.
Rassegeflügelforum? Ist mir was entgangen?
Wir sind das Hüfo und offen für alle Hühner- und sonstige Geflügelhalter. Ob die User rasserein züchten, wilde Mixe ausbrüten oder Hybride vom Wagen besitzen spielt m.W. überhaupt keine Rolle.
Wir sind hier offen für alle - auch für weltfremde Weltenverbesserer.
....... Die Frau Werwolf sagt: "Des g'höööööööööört so !".......__________________________________________________ __________________________Wir wichteln wieder !!!!!
Übrigens finde ich es auch nicht OK, nachweisliche Unwahrheiten kommentarlos so stehenzulassen und damit falsche Tatsachen und deren Verbreitung weiter zu unterstützen, nur damit sich nicht irgendwer "beleidigt" fühlt.
Denn das ist ein öffentliches Forum, diese Unwahrheiten werden gelesen und weiter geglaubt.
Es ist heute Gang und Gäbe, sich wegen jeder Kleinigkeit "beleidigt" zu fühlen. Auch von direkten Worten ohne eine "Licht und Liebe"-gerechte Formulierung.
Unwahrheiten, die also solche, durch Widerlegung via Recherche nach den wirklichen Tatsachen, offensichtlich nicht stimmen, haben jedenfalls nichts damit zu tun, ob ein Beitrag persönlich gefällig ist und einem passt, oder nicht.
Es geht um Wahrheit oder Lüge, die dann behauptet wird und dasteht.
Das beste Beispiel hierfür war ja gestern der Vorwurf mit der Bleimunition, die längst weitestgehend verboten ist, auch wenn es auf Länderebene noch Lücken gibt.
Diese Lücken aber zu verallgemeinern und dann Dinge in die Welt zu setzen und ein Bild zu schaffen, das nicht der Wahrheit entspricht, finde ich viel schlimmer als jede "Beleidigung".
Ach weißt du, das hat einfach etwas mit "Bildung" und Reflexion zu tun.
Natürlich haben dem Adel früherer Jahrhunderte mit ihren Leibeigenen, irgendwelchen Sklavenhändlern und der Kirche, um nur einige Beispiele zu nennen, die "weltfremden Weltenverbesserer" auch nicht sonderlich gefallen, denn für sie war die Welt ja gänzlich in Ordnung. Oder nicht?
Um mal bei den Hühnern zu bleiben: Für die Industrie sind Legebatterien auch eine Welt, die nicht verbessert werden muss.
Und so ist das bei Naturschutz, Artenschutz und allen Veränderungsprozessen eben auch.
Bewusstsein schafft Manifestation.
Geändert von Hexenkräuterin (20.12.2022 um 13:17 Uhr)
Weiß eigentlich jemand der hier Schreibenden, um was für eine Falle es sich handelt?
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